Rallye Due-Valli in Verona (Italien) 07.-08. Oktober 2005

Ein kleiner Bericht wie es zu meinem Besuch bei dieser Rallye kam...


Auf nach Italien!

Um 9 Uhr erreichte mich die Email von Michael Heimrich, dem Chef-Redakteur des Rallye-Magazins: „Glückwunsch! Du hast das VIP-Paket für die Rallye Due Valli gewonnen“. Noch ein wenig ungläubig schaute ich auf meinen Kalender. Was? Schon übermorgen startet die Rallye in Verona! Schnell zum ADAC, Karten von Italien besorgt, Brennermaut bezahlt und wieder heim zum Kofferpacken. Am Donnerstag abend kamen wir dann sehr gespannt in Verona an und „bezogen“ unsere reservierten Hotelzimmer. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen begrüßte uns Bertram Amorth, der Organisator der Rallye. Wir bekamen unsere VIP-Ausweise mit Karten und Tagesprogramm, einen sehr nützlichen Rucksack mit stilechter Rallye-Jacke und drei Flaschen italienischen Wein für den Abend.

Bevor es dann am späten Nachmittag in den Service-Park zur technischen Abnahme ging, war genug Zeit, um sich Verona näher anzusehen. Die Stadt von „Romeo und Julia“ ist wohl eine der schönsten Kullisen für einen italienischen Rallye-Lauf und natürlich ein Paradies für Touristen. Während wir durch die schöne Altstadt schlenderten, wurde auf der „Piazza Bra“, nahe der alten römischen Arena, schon die Rampe für den Start am Abend aufgebaut. Nach dem Mittagessen fuhren wir dann in eine Militär-Kaserne, in welcher der ganze Rallye-Tross sein Lager aufgeschlagen hatte. Mit den VIP-Pässen war der Einlass und das Parken natürlich kein Problem und so standen wir schon sehr schnell vor den ersten Wettbewerbswagen. Mit italienischer Gelassenheit wurden die Autos nochmals gewaschen und für den abendlichen Start und die ersten Wertungsprüfungen hergerichtet. Jeder Wagen war mit einer Batterie an Zusatzscheinwerfern versehen, um beim nächtlichen Driften nicht von der Strecke abzukommen. Ein Umstand, den man in Deutschland leider nur noch sehr selten antrifft. Zu den WRC- und Super-1600-Autos gesellten sich viele Privatfahrer und einige Rallye-Klassiker, wie z.B. vier Porsche 911, unter anderem mit Werkslackierung.

Kurz bevor wir uns dann auf den Weg zum Start in die Innenstadt machten, stießen noch ein bekannter deutscher Motorsport-Photograph und Rallye-Insider zu uns, mit denen wir die beiden Veranstaltungs-Tage verbrachten. Mit der beleuchteten römischen Arena im Hintergrund fuhren dann alle eingeschriebenen Rallyewagen über die aufgebaute Startrampe, um dort vor den begeisterten Zuschauern einzeln vorgestellt zu werden. Danach fuhren diese zügig zur ersten Nachtprüfung im Norden Veronas.

Am nächsten Morgen ging es dann zu den ersten Prüfungen ins italienische Hinterland, fern von Autobahnen und Schnellstraßen. Geschlungene Serpentinenstraßen so weit das Auge reicht, in einer wie für Rallyes geschaffenenen Landschaft. Aufgrund der weitläufigen Gegend gab es viele interessante Zuschauerpunkte und für jeden freie Sicht auf die vorbeirasenden Autos. Mit dem südländischen Temperament der Italiener war natürlich für ausreichend Stimmung gesorgt. Gerade die einheimischen Fahrer wurden frenetisch bejubelt. Selbst als die letzte Wertungsprüfung der Rallye aufgrund eines Unfalls abgesagt wurde, waren die Fans nicht enttäuscht und die meisten blieben bis zum letzten Fahrzeug an der Strecke. Jeder, der vorbeifuhr, wurde nochmals mit viel Applaus bedacht, was mit einigen Drift- und Schnellstart-Einlagen seitens der Fahrer gedankt wurde.

Die Siegerehrung fand dann am Samstag Abend wieder auf einer von vielen Rallyefans bevölkerten „Piazza Bra“ statt. Die Autos waren natürlich wieder alle frisch gewaschen und hautnah zu erleben. Nach der Ehrung der ersten drei Gewinner bekam auch jeder weitere Teilnehmer vom Publikum seinen verdienten Applaus. Bevor es zur Pokalübergabe ins gegenüber liegende Rathaus ging, gab es für die Fahrer und Gäste einen kleinen Umtrunk mit leckeren italienischen Häppchen.

So eine ausgelassene, aber immer freundliche und sehr gemütliche Atmosphäre, ist mir bisher bei keiner deutschen Rallye je untergekommen. Es wäre schön, wenn diese Veranstaltung in Deutschland mehr Beachtung finden könnte, da es vorallem für deutsche Fahrer besondere Begünstigungen seitens des Veranstalters gibt. Zudem kommt man in den Genuss von klasse Strecken und einem super Publikum. Die Rallye hätte es in jeder Beziehung verdient!

Zum Abschluss möchten wir uns nochmals bei allen Verantwortlichen und vorallem ber Herrn Bertram Amorth bedanken, der sich vor und während der Rallye immer sehr lieb um uns gekümmert hat. Nicht zu vergessen unsere neuen deutschen Freunde, die für uns das Wochenende nicht nur unvergesslich gemacht haben, sondern auch die Verantwortung für etliche Lachfalten übernehmen müssen.

Ach ja, wir sind nächstes Jahr auch ohne Gewinnspiel wieder mit dabei!


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